Von Plazenta-Globuli und anderen Heilpraktiken

 

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An die Welt der Geburtsmedizin musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nie bin ich so geballt auf die Vorzüge von alternativen Heilmethoden aufmerksam gemacht worden, als während meiner Schwangerschaft.

In den ersten vier Schwangerschaftsmonaten war mir permanent übel. Ich konnte wirklich kaum etwas bei mir behalten und Appetit hatte ich nur auf Tiefkühlpizzen und Fertig-Spaghetti. Sowohl meine Frauenärztin als auch meine Hebamme rieten mir zu homöopathischen Mitteln, oder der Einnahme von Hausmitteln wie Ingwer oder sonstigen Kräutern, die die Übelkeit bekämpfen sollten. Auf das Medikament Vomex stieß ich erst durch eigene Recherche. Ich verzichtet schlussendlich sowohl auf Globuli als auch auf pharmazeutische Mittel und verfuhr nach dem Prinzip: Augen zu und durch.

Während des Informationsabends des Krankenhauses, indem Hannah zur Welt kommen sollte, fielen mein Freund und ich fast vom Stuhl: Tatsächlich kam die Frage auf, ob es möglich wäre die Plazenta mit nach Hause zu nehmen. Wie bitte? Wir schauten uns verwirrt an: wer will denn soetwas? Später, während des Geburtsvorbereitungskurses für Paare, erfuhren wir, dass aus der Plazenta Globuli hergestellt werden können, die Babys über die ersten Krankheiten hinweghelfen sollen. Ja, klar. Die Herstellung kostet auch nur schlappe 60 Euro! Wir fühlten uns auf jeden Fall nicht angesprochen, da wir Homöopathie für Schwindel oder zumindest groben Unfug halten. Ich möchte niemanden zu nahe treten, aber ich vertraue der Schulmedizin und wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht pseudomedizinischen Zuckerkügelchen.

Auch bei der Wahl des Geburtsorts wurden wir immer wieder auf die vorzügige von Geburtshäusern mit ihren alternativen Ansätzen zur Schmerzbekämpfung aufmerksam gemacht. Meist wurden wir von Freunden mit dem Satz: „Ich habe in einem echt tollen Geburtshaus entbunden, soll ich Dir die Adresse schicken?“ beraten. Nein, bitte nicht. Ich wollte ein Krankenhaus mit Ärzten und zur Not eben auch eine PDA. Ich habe noch nie geboren, daher hatte ich auch keine Vorstellung von den Schmerzen, die da auf einen zukommen. Aber allein der Gedanke, dass mit einer PDA die größten Schmerzen unter Kontrolle gebracht werden können, beruhigte mich ungemein. Ich glaube, dass ich ausgerastet wäre, hätte mir jemand unter den größten Schmerzen Globuli gereicht. Im Nachhinein war es eine sehr sehr gute Entscheidung im Krankenhaus zu entbinden, denn Hannah musste mit einem Kaiserschnitt sehr schnell auf die Welt gebracht werden.

An dieser Stelle muss ich allerdings demütig zugeben, dass, seitdem Hannah auf der Welt ist, auch ich der alternativen Medizin nicht abgeneigt bin. Hannah überstreckt ihren Hals ganz gerne und dankbar nahm ich den Ratschlag meiner Hebamme an eine Osteopathin aufzusuchen. Nicht nur sorgte die Osteopathin dafür, dass Hannah sehr viel entspannter geworden ist, auch wanderte das ein oder andere Globuli-Kügelchen gegen diverse Beschwerden in meine Handtasche. Schaden kann es ja nicht.

Foto: MeandMissBeeBlog

Autor: Me and Miss Bee Blog

Hallo, ich bin Meike und Mutter einen kleinen Tochter. Auf 'Me and Miss Bee Blog' blogge ich über Fair Fashion, Reisen, Kochen, Nachhaltigkeit und das Leben mit Kindern im Allgemeinen. Viel Spaß beim Lesen!

1 Kommentar zu „Von Plazenta-Globuli und anderen Heilpraktiken“

  1. Ich weiß, dass dein Beitrag schon etwas älter ist, aber kommentieren muss ich doch mal eben schnell. Bei uns lief es nämlich auch genau so ab! Globuli hielt ich immer für den größten Quatsch und ich kann Frauen, die ohne Ärzte in der Nähe entbinden wollen bis heute nicht verstehen. Aber auch ich hab letzte Woche vor der ersten Impfung des Babys Globuli gekauft und werde seitdem von dem Mann damit aufgezogen 🙈 Es freut mich aber, dass ich nicht alleine damit stehe 😄

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