Gedanken über mein Konsumverhalten – oder die reinigende Wirkung von Kleidermotten

MeandMissBeeBlog_Konsumverhalten

In den letzten Wochen habe ich mir sehr viele Gedanken über mein Konsumverhalten gemacht. Der Anlass war sehr simpel: Mein Kleiderschrank war von Motten befallen und ich musste den Kleiderschrank inklusive Kleidung reinigen. Die ganze Aktion dauerte eine Woche und am Ende konnte ich nur über mich selbst den Kopf schütteln. 80 Prozent meiner Kleidung trage ich nicht mehr oder habe ich noch nie getragen (!). Trotzdem häufte ich, insbesondere vor meiner Schwangerschaft, immer mehr Kleidung an, anstatt einfach Sachen zu tragen, die ich bereits besaß und denen auch noch ein Etikett anhing. Ich war wie gesagt fassungslos, als ich vor meinem Kleiderberg stand. Eingepfercht im Kleiderschrank kam der mir nie besonders groß vor, erst aufgetürmt wurde mir bewusst, dass ich ein Problem habe.

Erstmal fing ich an auszumisten. Die schönsten Teile (allesamt aus Wolle) konnte ich leider nur noch entsorgen, denn die waren von den Motten zerfressen worden. Es sagt aber auch schon alles, dass ich das Malheur erst bemerkt habe, als die Motten schon monatelang ihr Unwesen getrieben hatten. Offensichtlich hätte ich das ein oder andere Teil retten können, wenn ich es doch nur oft genug getragen und gut gereinigt zurück in den Kleiderschrank gehängt hätte.

Nach etlichen Tagen in denen ich ausgemistet, gewaschen, gebügelt, geputzt und bei Ebay verkauft habe, war ich geläutert. Von Fast Fashion habe ich mich schon vor einiger Zeit verabschiedet, aber nun wollte ich auch nicht einmal mehr Slow Fashion kaufen. In mir setzte sich ein Gefühl des Überdrusses fest. Wenn ich mir heute meinen ausgemisteten und sortierten Kleiderschrank ansehe, dann denke ich (momentan) nicht, dass ich nichts zum Anziehen habe. So wie früher oft. Im Gegenteil, ich will jetzt erstmal die Sachen auftragen, die ich damals samt Etikett in den Kleiderschrank gehängt habe, bis ich vergessen hatte, dass ich dieses oder jenes Teil überhaupt besitze. Ich will nicht ausschließen, dass ich rückfällig werde. Aber ich weiß auch, dass ich sehr oft aus reinem Frust Klamotten gekauft habe. Immer wenn es mir nicht gut ging, dann bin ich zum nächsten Zara maschiert und habe mir vermeintlich dringend benötigte Kleidungsstücke gekauft.

Oft habe ich auch vorher diesen oder jenen Trend in Zeitschriften oder auf Blogs gesehen und ich hatte das Gefühl, dass mir etwas fehlen würde, sollte ich den Trend nicht mitmachen. Klar hatte ich im Hinterkopf, dass ich eine unschlagbare Kombination aus Kleidern bereits besitze, nämlich Röhrenjeans, T-Shirt und Pullover, aber ich verdrängte dieses Wissen ganz schnell. So funktioniert die Modeindustrie ja auch, oder wieso sonst werden jährlich allein in Deutschland mehrere Milliarden Euro durch die Modeindustrie umgesetzt? Vor allem jungen Menschen wird suggeriert, dass sie nur cool sind, wenn sie sich den aktuellen Modetrends unterwerfen. Ich zähle mich im übrigen dazu.

Ich habe vor einigen Jahren ‚Story of Stuff‚ auf Youtube entdeckt. Vielleicht hätte es die Kleidermotten gar nicht gebraucht, sondern ich hätte mich einfach nur an dieses Video erinnern müssen, um zu begreifen, dass ich all die Dinge, die ich um mich herum angehäuft habe gar nicht wirklich brauche. Denn eigentlich ist doch alles was glücklich macht, um es mit Annies Worten zu sagen, Freunde, Familie und Freizeit.

Und wenn ich doch mal etwas brauchen sollte, dann natürlich Second-Hand. Aber das habe ich ja bereits an einer anderen Stelle auf diesem Blog festgehalten.

xoxo

Foto: MeandMissBeeBlog

 

Autor: Me and Miss Bee Blog

Hallo, ich bin Meike und Mutter einen kleinen Tochter. Auf 'Me and Miss Bee Blog' blogge ich über Fair Fashion, Reisen, Kochen, Nachhaltigkeit und das Leben mit Kindern im Allgemeinen. Viel Spaß beim Lesen!

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